Auf der Suche nach wirksamen Schmerzmedikamenten hat man in den letzten Jahren eine Jahrhunderte alte Heilpflanze der traditionellen afrikanischen Medizin wiederentdeckt: die südafrikanische Teufelskralle, lateinisch: Harpagophytum procumbens.
 Die Teufelskralle ist eine in der Savanne des südwestlichen Afrika verbreitete Staude. Sie wächst vor allem in den Randgebieten der Wüste Kalahari und benachbarten Gebieten, die zu Namibia, Botswana, Angola und der Republik Südafrika gehört. Die Teufelskralle gehört zur Familie der Pedaliaceae, der Sesamgewächse.
Den Namen verdankt die Pflanze der charakteristischen Form der kralligen Früchte, die - mit Widerhaken versehen - im Fell und in den Klauen von Wildtieren hängen bleiben und so über große Entfernungen hinweg verbreitet werden.
Arzneilich genutzt werden die rüben- oder knollenartig verdickten Abschnitte der Sekundärwurzeln, die bis in anderthalb Meter Tiefe hinabreichen können. Sie speichern Wasser und Nährstoffe und ermöglichen es der Pflanze so, die langen Trockenzeiten zu überdauern. Die Speicherwurzeln enthalten auch die therapeutisch wertvollen Inhaltsstoffe, insbesondere Harpagosid und andere Bitterstoffe, die so genannten Iridoid-Glykoside, sowie Flavonoide. Diese Wirkstoffe besitzen bei sehr guter Verträglichkeit sowohl entzündungshemmende, schmerzlindernde als auch abschwellende Eigenschaften.
Die Teufelskralle hat sich auf Grund zahlreicher Untersuchungen und klinischer Wirksamkeitsnachweise mehr und mehr zu einem wichtigen Arzneimittel bei der Behandlung rheumatischer Beschwerden entwickelt. Vor allem bei chronisch-degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Verschleiß), wie z.B. Arthrosen, chronischen Rückenschmerzen und Weichteilrheumatismus kann durch die Gabe von Teufelskralle eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden.
In Deutschland wird die Zahl der Patienten mit degenerativen Gelenkerkrankungen auf 20 Millionen geschätzt. Bei mehr als der Hälfte der Fälle sind nur die Knie betroffen (Gonarthrose), bei einem Viertel nur die Hüftgelenke (Coxarthrose) und bei knapp einem Zehntel mehrere unterschiedliche Gelenke (Polyarthrose). Hinzu kommen die degenerativen Veränderungen an den Halbgelenken der Wirbelsäule (Spondylarthrose). Ursache der Gelenkbeschwerden ist meist eine Abnutzung des Gelenkknorpels, die Schmerzen verursacht und die Gelenkbeweglichkeit massiv einschränkt. Das Risiko für die Erkrankung nimmt mit steigendem Alter zu.
Neben dem Alter gibt es weitere Risikofaktoren, die das Auftreten von Arthrose beschleunigen: * Übergewicht * angeborene Fehlstellungen der Gelenke (zum Beispiel X- oder O-Beine) * erhöhte Belastung des Knorpels, z.B. bei Leistungssport oder Schwerarbeit * frühere Verletzungen wie Meniskusschäden.
Eine Arthrose wird häufig erst sehr spät erkannt. Im Anfangsstadium macht sie sich bemerkbar durch: * Anlaufschmerzen (Schmerzen zu Beginn einer Bewegung) * Belastungsschmerzen * Bewegungseinschränkungen * Gelenkgeräusche * Geschwollene Gelenke, Steifigkeit und Muskelverspannungen um das betroffene Gelenk.
Bei der Behandlung der degenerativen Gelenkerkrankungen kommt den Extrakten der Teufelskralle eine unterstützende Bedeutung zu. Dabei beträgt die empfohlene Tagesdosis an Teufelskralle 4,5 g der Arzneidroge bzw. die entsprechende Menge an Trockenextrakt.
Zur Teebereitung wird 1 Teelöffel Teufelskrallenwurzel (ca. 4,5 g) mit 1/2 Liter siedendem Wasser übergossen, 8 Stunden (über Nacht) bei Raumtemperatur stehen gelassen und anschließend durch ein Teesieb gegeben. Vor den Mahlzeiten wird eine Tasse getrunken.
Teufelskralle-Fertigpräparate enthalten meist einen Trockenextrakt, der mit Hilfe eines wäßrig-alkoholischen Auszugsmittels aus den Teufelskrallenwurzeln gewonnen und auf einen bestimmten Wirkstoffgehalt eingestellt wird, sodass eine gleichbleibende Qualität garantiert ist. Wie bei vielen pflanzlichen Arzneimitteln ist auch bei den Teufelskralle-Präparaten eine etwa 2- bis 3-wöchige Einnahmedauer erforderlich, bis eine deutliche Besserung der Symptomatik feststellbar ist. Um einen längerfristigen Effekt zu erzielen, ist eine ausreichend hohe Dosierung über einen längeren Zeitraum (4 - 6 Wochen mindestens) nötig!
Die Verträglichkeit der Teufelskralle ist sehr gut. Dennoch dürfen Teufelskralle-Präparate aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe nicht bei Magen- und Darmgeschwüren angewendet werden, da die Bitterstoffe die Produktion von Magensäure anregen und die Magen-Darm-Beschwerden verstärken können. Auch bei Patienten mit Gallensteinen ist eine Anwendung ohne Rücksprache mit dem Arzt kontraindiziert.
Wegen der enthaltenen Bitterstoffe besitzt der Teufelskrallen-Tee auch appetitanregende und galletreibende Wirkungen, so dass er in einer Tagesdosis von 1,5 g der Pflanzendroge auch bei Appetitlosigkeit und bei Störungen der Gallefunktion (außer bei Gallensteinen) getrunken werden kann.
|