Am Entstehen und Fortschreiten der Arteriosklerose sind verschiedene Risikofaktoren beteiligt.
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren: - Geschlecht und Alter
Männer über 45 Jahre Frauen über 55 Jahre (In den Wechseljahren lässt die Schutzfunktion der weiblichen Geschlechtshormone mit dem Absinken von Östrogen nach. Das LDL-Cholesterin und damit das Infarktrisiko steigen deutlich an.) - familiäre Veranlagung
das bedeutet: Auftreten von Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Familie bei Männern vor dem 65. und bei Frauen vor dem 70. Lebensjahr
Beeinflussbare Risikofaktoren - erhöhte Blutfettwerte
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
Je mehr Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen, desto höher ist die Gefährdung für Herz und Kreislauf. Häufig zieht auch ein Risikofaktor einen anderen nach sich: so begünstigt Übergewicht z.B. die Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes.
Risikofaktor Cholesterin Cholesterin ist eigentlich ein überaus wertvoller Stoff. Es ist eine fettähnliche Substanz, die in allen menschlichen und tierischen Zellen vorkommt. Cholesterin dient als Baustoff für stabile Zellwände; es wird benötigt für die Bildung von vielen lebensnotwendigen Hormonen (z.B. Cortison, Sexualhormone), von Vitamin D in der Haut, das zum Aufbau der Knochen benötigt wird, und Gallensäuren in der Leber, die für die Fettverdauung unerlässlich sind.
Cholesterin wird zu etwa zwei Drittel im Körper selbst gebildet, hauptsächlich in der Leber und in der Darmschleimhaut, etwa ein Drittel wird mit der Nahrung tierischer Herkunft aufgenommen. Dabei steuern Fleisch und Wurst durchschnittlich 43%, Eier 33%, Butter 9%, Milch 5% und Käse 3% des Nahrungscholesterins bei.
Beim gesunden Menschen besteht ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen der mit der Nahrung aufgenommenen und der im Organismus gebildeten Cholesterinmenge. Wird zu cholesterinreich gegessen, so wird weniger Cholesterin produziert und umgekehrt. Ist dieses Gleichgewicht jedoch gestört, dann kommt es zur Ausbildung eines erhöhten Cholesterinspiegels, der als zentraler Risikofaktor für die Entwicklung einer Arteriosklerose gilt.
Da Cholesterin eine fettartige Substanz ist und somit wasserunlöslich, ist ein Transport im Blut erst möglich, wenn es an Proteine (= Eiweißstoffe) als Trägersubstanzen gebunden wird. Dieses Transportsystem für Fette und fettähnliche Substanzen im Blut nennt man Lipoproteine (Fett=Lipid, Eiweiß=Protein). Es gibt verschiedene Lipoproteine, die sich in ihrer Zusammensetzung, Größe und Funktion unterscheiden, z.B.: - LDL (low density lipoproteine, also Lipoproteine mit geringer Dichte)
LDL zeichnen sich durch einen besonders hohen Cholesteringehalt aus. Sie transportieren das Cholesterin von der Leber zu den Zellen, wo das in ihnen enthaltene Cholesterin freigesetzt wird. Der von den Zellen nicht benötigte Anteil verbleibt im Blut und kann zu Ablagerungen in den Arterienwänden führen. LDL wird deshalb auch als "schlechtes Cholesterin" bezeichnet, hohe LDL-Werte sind der bedeutendste Risikofaktor für Arteriosklerose. - HDL (high density lipoproteine, die Lipoproteine mit hoher Dichte)
HDL, auch als "gutes Cholesterin" bekannt, beschreiten den umgekehrten Weg, d.h. sie transportieren überschüssiges Cholesterin aus den Zellen zurück zur Leber, wo es z.B. in Gallensäuren umgebaut und ausgeschieden wird. Solange die Ablagerungen in den Arterien noch nicht durch Calciumeinlagerung verhärtet sind, können diese durch hohe HDL-Blutwerte wieder zurückgebildet werden. Hohe Blutspiegel an HDL schützen daher vor Arteriosklerose.
Aktuelle Daten des Bundesministeriums für Gesundheit belegen, dass 75 Prozent der Bevölkerung einen Cholesterinspiegel haben, der über dem "Idealwert" von 200 mg/dl liegt. Aber nur die wenigsten kennen ihre Blutfettwerte. Nur wer seine persönlichen Risikofaktoren kennt, kann handeln und somit seine Chancen zur Vorbeugung nutzen.
Zur ersten Orientierung bei der Fahndung nach einer Fettstoffwechselstörung ist die Messung des Gesamtcholesterins und der Triglyceride im Blut ausreichend. Das Gesamtcholesterin setzt sich u.a. aus LDL- und HDL-Cholesterin zusammen.
Für das Gesamtcholesterin gelten folgende Empfehlungen: - Unauffällig sind Werte bis 200 mg/dl.
- Werte zwischen 200 und 250 mg/dl liegen im Grenzbereich.
Hier ist grundsätzlich eine genauere Analyse der Blutfette durch Bestimmung von HDL- und LDL-Cholesterin sowie der Triglyceride ratsam, um festzustellen, ob ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegt. Denn trotz eines erhöhten Gesamtcholesterinspiegels kann das Risiko gering sein. Das ist der Fall, wenn der gefäßschützende HDL-Wert besonders hoch und das gefäßschädigende LDL-Cholesterin im Normalbereich liegt. Das ist jedoch leider eher die Ausnahme, häufiger sind hohe LDL- bei gleichzeitig niedrigen HDL-Cholesterinwerten anzutreffen. Hier ist das Arterioskleroserisiko besonders hoch. - Bei Werten über 250 mg/dl ist von einem erhöhten Risiko auszugehen
- Für Personen, die einen weiteren Risikofaktor wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Übergewicht aufweisen, die rauchen oder familiär vorbelastet sind, gelten strengere Richtlinien für die Cholesterinwerte. In diesem Fall sollte das Gesamtcholesterin immer unter 200 mg/dl liegen.
Für das gefäßschädigende LDL-Cholesterin gelten folgende Empfehlungen: - Unauffällig sind Werte bis 130 mg/dl.
- Werte zwischen 130 und 160 mg/dl sollten regelmäßig überprüft werden.
- LDL-Werte über 160 mg/dl deuten auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko hin.
- Beim Vorliegen eines weiteren Risikofaktors sollte das LDL-Cholesterin unter 160 mg/dl liegen. Bei Patienten, die mindestens zwei weitere Risikofaktoren aufweisen, sollte ein LDL unter 130 mg/dl angestrebt werden. Bestehen bereits Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (z.B. Angina pectoris, früher erlittener Herzinfarkt), dann kann der LDL-Wert nicht tief genug liegen, möglichst unter 100 mg/dl.
Für das gefäßschützende HDL-Cholesterin gilt: - Der HDL-Cholesterinwert kann gar nicht hoch genug sein.
- Unauffällig sind Werte über 45 mg/dl.
- Werte zwischen 35 und 45 mg/dl sollten regelmäßig überprüft werden.
- Liegt der HDL-Wert unter 35 mg/dl, so ist von einem Risiko auszugehen.
Das Verhältnis aus LDL- und HDL-Cholesterin (LDL/HDL-Quotient) ist besonders aussagekräftig hinsichtlich des Herz-Kreislaufrisikos und sollte unter 3, beim Fehlen weiterer Risikofaktoren unter 4 liegen.
Risikofaktor Triglyceride (= Neutralfette) Triglyceride dienen der Energiegewinnung (Muskelgewebe) oder Energiespeicherung (Fettgewebe). Sie stammen zum überwiegenden Teil aus der Nahrung, können aber auch in der Leber gebildet werden. Anders als beim Cholesterin ist die Bedeutung erhöhter Triglyceride für die Entwicklung der Arteriosklerose lange gegensätzlich diskutiert worden. Aktuelle Untersuchungen lassen jedoch den Schluss zu, dass ein hoher Triglycerid-Spiegel, vor allem in Kombination mit niedrigen HDL-Cholesterinwerten, ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Insbesondere bei Diabetikern kommt es zu Fettstoffwechselstörungen, die sich typischerweise neben einer Verringerung des gefäßschützenden HDL-Cholesterins in erhöhten bis stark erhöhten Triglycerid-Werten äußern. Der Normalwert für Triglyceride liegt unter 200 mg/dl. Lesen Sie auch: Arteriosklerose - Gefahr für Herz und Kreislauf Arteriosklerose - Risikofaktoren erkennen und begegnen Teil 2 Arteriosklerose - wie kann man vorbeugen? Arteriosklerose - Vorbeugen mit Naturheilmitteln
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