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Reichliche Vitamin-C-Aufnahme schützt vor Parodontitis Drucken E-Mail
Obstsorten wie Erdbeeren, Zitrusfrüchte und Kiwi bevorzugen

Bereits die Erfahrungen in der Entdeckungszeit der Seefahrt wiesen auf die Bedeutung von Vitamin C für die Mundgesundheit hin: Skorbut, die klassische Vitamin-C-Mangelerkrankung, führt in ihrer schweren Form zur Degeneration des Zahnhalteapparats bis hin zum Zahnausfall. Eine Arbeitsgruppe der Universität Jena hat diese Zusammenhänge nun genauer untersucht und in der Aprilausgabe der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift veröffentlicht. Professor Eike Glockmann und seine Mitarbeiter analysierten den Verzehr von Frischobst und die Aufnahme von Vitamin C bei Parodontitispatienten und verglichen die Daten mit gesunden Personen.

Während die Patienten mit Parodontitis im Durchschnitt täglich nur 243 Gramm (g) frische Früchte verzehrten, konsumierten die gesunden Probanden 318 g Frischobst. Dem entsprechend lag die Vitamin-C-Aufnahme bei den Patienten mit Zahnfleischentzündung bei nur 163 Milligramm (mg) gegenüber 237 mg in der Kontrollgruppe. Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Parodontitis-Testgruppe häufiger Vitamin-C-arme Obstsorten auswählte wie Äpfel, Bananen und Weintrauben. Die gesunden Testpersonen bevorzugten hingegen eher Früchte mit hohem Vitamin-C-Gehalt, beispielsweise Apfelsinen, Kiwi oder Grapefruit.

Erstaunlich an diesen Ergebnissen ist, dass die tägliche Vitamin-C-Aufnahme der Parodontitis-Patienten mit 163 mg deutlich über der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt (100 mg). Hierzu verweisen die Forscher auf Untersuchungen der Arbeitsgruppe Nishidas: Die Grenze für ein niedrigeres Parodontitisrisiko scheint bei 180 mg Vitamin C pro Tag zu liegen. Hinzu kommt, dass der Vitamin-C-Spiegel im Blut bei den ParodontitisPatienten unter dem zu erwartenden Wert lag. Daraus schließt Glockmann, dass der Organismus aufgrund der anhaltenden Entzündung mehr Vitamin C zu benötigen scheint.

Zwar ist die Rolle von Vitamin C für die Entwicklung einer Parodontitis noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist aber, dass das antioxidative Vitamin an der Abwehr von Parodontose erregenden Bakterien beteiligt ist. Außerdem fördert es die Regeneration des Zahnfleisches. Für den Alltag bestätigt sich damit die Empfehlung, reichlich frisches Obst und Gemüse zu verzehren, und zwar bevorzugt Sorten mit hohem Vitamin-C-Gehalt.

Heike Brinkmann-Reitz, Ernährungswissenschaftlerin beim Deutschen Grünen Kreuz e.V., rät: "Nutzen Sie die Sommerzeit mit ihrem großen Angebot an frischen Früchten. Beispielsweise erreichen Sie mit 300 g Erdbeeren bereits die "magische Grenze" von 180 mg Vitamin C pro Tag. Auch Zitrusfrüchte und Kiwi enthalten viel Vitamin C. Wer aufgrund von Zahnerosion weniger saure Lebensmittel vorzieht, kann sich an Gemüsesorten wie Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel, Kohlrabi, Paprika, Rosenkohl und Grünkohl halten."

Weitere Informationen zum Thema zahngesunde Ernährung finden Sie auf der Homepage der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz: www.rundum-zahngesund.de.

Deutsches Grünes Kreuz e.V.

 

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