Borreliose - Kontakt mit Zecken meiden!
Im Frühjahr hat die Zeckensaison wieder begonnen. An Waldrändern und im Unterholz lauern die Blut saugenden Spinnentiere darauf, von Menschen oder Tieren abgestreift zu werden, um sich ihre Blutmahlzeit zu holen. Sie können beim Saugakt die Erreger der Borreliose auf den Menschen übertragen. Anders als bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind die Erreger der Borreliose bundesweit verbreitet.

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen
Zecken benötigen eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit, da sie mit Ausnahme ihrer Blutmahlzeit keine Flüssigkeit zu sich nehmen und somit stark von Austrocknung gefährdet sind. Sie meiden daher sonnige oder windige Standorte wie Heiden und Wiesen. Zecken halten sich bevorzugt in Laub- und Mischwäldern mit reichlich Unterholz oder einer bodendeckenden Krautschicht (z.B. Adlerfarn, Brombeersträucher) auf. Häufig sind sie an Wegrändern, Lichtungen, Aufforstungen sowie in Parkanlagen anzutreffen. Durch Mäuse können sie auch in Gärten eingeschleppt werden. Auf der Suche nach einem neuen Wirt bewegen sich die Zecken im Strauchwerk bis zu einer maximalen Höhe von 1,5 Metern hinauf, werden daher vor allem im Bereich der Beine und des Unterkörpers abgestreift, bei Kindern am ganzen Körper. Es kommt vor allem dann zu einem Befall, wenn Kontakt zu Pflanzen in Bodennähe besteht. Dies ist bei Freizeitaktivitäten wie Gartenarbeit, Wandern, Joggen, Angeln oder Golfspielen gegeben.
Setzt man sich zur Rast oder zu einem Picknick auf den Boden, z.B. im Wald, so können die Zecken aktiv auf den Menschen zukrabbeln.

Jahres- und tageszeitliche Aktivität
Für die Zeckenaktivität muss die Bodenmindesttemperatur 5° C überschreiten. Das ist üblicherweise von März bis November der Fall. In den heißen Sommermonaten Juli und August, wie auch in der Mittagshitze, ziehen sich die Zecken wegen der Austrocknungsgefahr wieder in den Boden zurück. Eine besondere Gefährdung besteht daher für den Menschen im Frühjahr/Frühsommer und im Herbst am frühen Morgen und am Spätnachmittag bzw. Abend.

Kontakt mit Zecken meiden

  • Tragen Sie körperbedeckende Kleidung, ziehen Sie die Strümpfe über die Hosenbeine.
  • Glatte Textilien erschweren den Zecken das Anklammern.
  • Bleiben Sie auf gespurten Wegen, meiden Sie das Unterholz und Dickicht.
  • Setzen oder legen Sie sich bei einer Rast nicht ohne Unterlage hin.
  • Schützen Sie sich mit Repellents, die Sie auf die Haut oder Kleidung aufbringen.
  • Suchen Sie nach dem Waldbesuch den Körper und die Kleidung intensiv nach Zecken ab. Helle Kleidung ist dabei von Vorteil. Sinnvoll ist es zu duschen.
  • Suchen Sie das Fell von Haustieren ab, meiden Sie intensiven Körperkontakt mit den Tieren.

Nach einem Zeckenstich
Wenn es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Zeckenstich gekommen ist, sollte die Zecke schnellstmöglich entfernt werden. Etwa 15 Prozent der Zecken sind in Mitteleuropa mit Borrelien infiziert. Die Bakterien befinden sich im Darm der Zecken, können daher auf den Menschen in der Regel erst nach einem längeren Saugakt (rund 10 Stunden) übertragen werden, wenn das Spinnentier mit Blut gefüllt ist und die Borrelien hochwürgt. Aus diesem Grunde sollte auch auf keinen Fall versucht werden, die Zecke mit Klebstoff oder Öl zu ersticken, da dies zu einem frühzeitigen Erbrechen in die Stichstelle führt.
Zur Entfernung wird die Haut gestrafft und die Zecke mit den Fingernägeln, einer Zeckenzange oder Zeckenkarte möglichst weit vorne (am Kopf) gepackt und nach oben herausgezogen. Dabei sollte der Körper der Zecke nicht gedrückt werden. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle desinfiziert werden.

Beobachtung der Stichstelle nach Zeckenstich
Charakteristisch für die Borreliose ist das Erythema migrans, die so genannte Wanderröte. Dabei handelt es sich um einen hellroten, langsam wachsenden Ring mit blassem Zentrum rund um die Stichstelle. Da sich diese Hautrötung mit Verzögerung entwickelt, sollte die Stichstelle über Wochen regelmäßig inspiziert werden. Wird ein Erythema migrans beobachtet, so ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Allerdings tritt diese charakteristische Hautrötung nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.
Neben dieser typischen Wanderröte werden im Frühstadium einer Borreliose auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Lymphdrüsenschwellung, Fieber und Kopfschmerzen beobachtet. Wochen bis Monate später können chronische Entzündungen von Nerven, Herz, Augen und Gelenken auftreten.

Behandelt wird die Borreliose mit Antibiotika
Eine Borrelien-Infektion kann spontan ausheilen oder sich über Jahre hinziehen und chronisch werden. Besonders gefährdet sind Schwangere und Kinder. Je früher die Infektion mit Antibiotika behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Werden die Antibiotika innerhalb der ersten Tage verabreicht, lässt sich die Borreliose relativ sicher beseitigen.