Gesund und munter unterwegs - Tipps für die Ernährung auf Reisen
Endlich Ferien! Sommer, Sonne, Urlaub - schon Wochen im Voraus freuen wir uns auf die "schönste Zeit des Jahres". Und natürlich will niemand diese kostbaren Tage unfreiwillig im Bett oder auf der Toilette verbringen. Damit Reisende ihre Ferien unbeschwert genießen können, sollten sie ein paar Tipps zur Ernährung unterwegs beherzigen.

Gute Fahrt
Wer mit dem Auto in die Ferien startet, sollte nicht nur die Reiseroute gut planen. Denn um Konzentration und Leistungsfähigkeit zu erhalten, sollte man neben ausreichenden Pausen für eine gute Verpflegung sorgen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Reisenden, viele kleine und fettarme Mahlzeiten zu sich zu nehmen, zum Beispiel dünn belegte Brote mit Gemüsescheibchen, fettarme Milchprodukte oder Obst. Auf der Autobahn-Raststätte können Salatteller oder leichte Gemüsegerichte schwer im Magen liegende Speisen wie Pommes, Würstchen oder Schweinebraten ersetzen.

Erwachsene sollten 1,5 Liter am Tag trinken, Kinder mindestens einen Liter. Besonders empfehlenswert sind Mineralwasser, Saftschorlen oder Früchtetee. Alkohol ist während der Fahrt tabu. Koffeinhaltige Muntermacher wie Kaffee oder Energiedrinks sollten nur in Maßen getrunken werden. Denn sie überdecken die Müdigkeit und können in größeren Mengen genossen fahrig machen - wodurch die Sicherheit beeinträchtigt wird.

Über den Wolken...
...ist die Luft besonders trocken. Deshalb gilt auch auf Flügen: viel trinken, am besten Mineralwasser oder Säfte. Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol hingegen steigern die Flüssigkeitsabgabe des Körpers und sind deshalb ungeeignete Getränke. Außerdem wirkt Alkohol in großen Höhen schneller und stärker.

Kulinarische Vielfalt
Ob Paella, Moussaka oder Chop Suey: Im Urlaub möchte man die besonderen Spezialitäten des Landes genießen. Dennoch benötigen auch Magen und Darm ein paar Tage Zeit, um sich auf fremde Koch- und Essgewohnheiten einzustellen. Man sollte sie deshalb in den ersten Ferientagen nicht mit besonders ungewohnten Speisen überfordern.

Wer ungewollte Mitbringsel in Form von Fettpölsterchen vermeiden möchte, sollte nicht mehr essen, als der Körper benötigt, und Alkohol nur in Maßen genießen. Außerdem erhöhen ausgedehnte Spaziergänge, Spiel und Sport am Strand oder andere körperliche Aktivitäten den Erholungswert und helfen, die Linie zu halten. Genau wie reichlich Salat, Gemüse und Obst, die traditionell in der Küche vieler Länder eine wichtige Rolle spielen. Wer dann noch beim Frühstücksbüfett zum Müsli greift, beugt gleichzeitig einer Reise-Verstopfung vor.

Bei heißem Wetter besteht überall die Gefahr, dass sich Krankheitserreger in Lebensmitteln vermehren. Daher sollte man auf unverpackte Eiscreme oder Nachspeisen aus rohen Eiern, beispielsweise Tiramisu oder Zabaione, vorsichtshalber verzichten.

Exotisches ohne Reue genießen: Tipps für Fernreisende
"Koch' es, schäl' es oder vergiss' es", lautet die Faustregel für Reisen in ferne Länder. Denn Hitze, mangelnde Kühlmöglichkeiten und unterschiedliche Hygienestandards bieten Keimen ideale Wachstumsbedingungen. So ist der Reisedurchfall das häufigste Gesundheitsproblem auf Fernreisen. Für die Ernährung in tropischen Gestaden gilt deshalb: Man sollte nur frisch zubereitete und gut durchgegarte Speisen verzehren. Rohe, kalte oder abgestandene Lebensmittel sollten hingegen unbedingt gemieden werden, beispielsweise nicht durchgebratene Steaks, Tatar, Mayonnaise, Salate, Eiscreme oder Desserts mit rohen Eiern. Das Gleiche gilt für rohen Fisch und kalte Meeresfrüchte wie Sushi, Muscheln, Austern, Krebse oder Krabben.

Bei Obst und Gemüse sind die Sorten am besten geeignet, die man selbst schälen kann. Beim Schälen bitte beachten: Auch die eigenen Hände sollten sauber sein. Milch sollte pasteurisiert, besser noch ultrahocherhitzt sein, oder vor dem Trinken abgekocht werden. Speisen dürfen nicht bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist außerdem darauf hin, dass das Infektionsrisiko sich auch reduziert, wenn man kleine Portionen isst und während des Essens nicht trinkt. So wird die Magensäure weniger verdünnt und kann Krankheitserreger besser abtöten.
Um Magen und Darm zu schonen, sollte man fette und sehr scharfe Gerichte generell nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.

Getränke: lieber heiß als eisgekühlt
In heißem Klima kann der Bedarf an Flüssigkeit und Mineralstoffen um ein Mehrfaches ansteigen. Um den täglichen Wasser- und Mineralstoffverlust auszugleichen, ist es daher wichtig, reichlich zu trinken. In vielen Urlaubsländern ist das Wasser jedoch voller Keime - auch wenn es als Trinkwasser ausgewiesen wurde. Insbesondere bei Fernreisen sollte man deshalb kein Leitungswasser und keine offenen Getränken zu sich nehmen. Stattdessen bieten sich abgepacktes Wasser oder Mineralwasser in Flaschen oder Dosen an sowie industriell hergestellte Fruchtsäfte und Erfrischungsgetränke.

Unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen kann eine Infektion sogar über die Trinkgefäße erfolgen. Empfindliche Menschen können sich davor schützen, indem sie mit einem mitgebrachten Strohhalm direkt aus Dose oder Flasche trinken.
Leitungswasser muss immer abgekocht werden, auch zum Zähneputzen und zum Abwaschen von Lebensmitteln. Wenn man nicht weiß, ob Eiswürfel aus abgekochtem Wasser hergestellt wurden, sollte man darauf verzichten. Heiße Getränke wie Tee oder Kaffee gelten dagegen als unbedenklich.

Deutsches Grünes Kreuz e.V.